Texte

In meinen Arbeiten setze ich mich vorallem mit Natur und Mensch auseinander sowie deren Beziehung zueinander. In meinen Druckgrafiken und Malereien steht dabei die Schönheit der Natur und die Einheit von Mensch und Natur im Vordergrund. In meiner neueren Werkreihe an Objekten, Skulptur und Installationen geht es zwar auch um die Schönheit der Natur, aber genauso um deren Wahrnehmung durch die Menschen und ihre Fragilität.

Die Beziehung zwischen Mensch und Natur, die Figur im Kontext zu divergierenden Räumen und ihre Beziehung zum Betrachter fasziniert mich. Dies untersuche ich in meinen Arbeiten und versuche eine breite Spannweite unterschiedlicher Blickwinkel auf das Sujet zu ermöglichen. Egal ob reine Landschaft oder mit Figur, der Betrachter sieht in eine eigene Welt, er erhält Einblicke in intime Momente. Jedoch ist er lediglich ein heimlicher Beobachter, ohne Möglichkeit einzugreifen.



Text von Jasmin Hagedorn und Anna-Lena Rößner, 2015

Text von Jasmin Hagedorn und Anna-Lena Rößner über Kathrin Edwards anlässlich der Ausstellung „Fetisch oder Fetischismus“ im Haus der Universität, Düsseldorf, 2015.

Die 23jährige Kathrin Edwards setzt sich thematisch immer wieder mit dem weiblichen Körper und der Ästhetik der Frau im Verhältnis zu divergierenden Räumen auseinander.
Edwards bewegt sich künstlerisch vornehmlich in der Gattung Grafik und setzt ihre Bildsprache in variierenden Drucktechniken sowie Zeichnung, Aquarell- und Pastellmalerei um. Hierbei nutzt sie spielerisch den Umgang mit unterschiedlichem Ambiente und setzt ihre Protagonistinnen in Bezug zu natürlichen und künstlichen Räumen – ohne konkrete Verortung. Durch den stetig wechselnden Kontext mit der femininen Aktfigur ermöglicht sie dem Betrachter eine breite Spannweite von unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Sujet. Bei ihrer künstlerischen Affinität zum weiblichen Akt bedient sich Kathrin Edwards diverser Typisierungen von Frauen. In ihren druckgrafischen Bildwelten wechseln sich verletzlich wirkende, zusammengekauerte weibliche Wesen ab mit sinnlich-lasziv räkelnden Körpern. Karge, angeschnittene Räume konkurrieren gleichermaßen mit Landschaften, die mit Flora und Fauna bespielt sind – in teilweise phallusartiger Linienführung.
Durch den stetigen Perspektivenwechsel bei gleich bleibendem Genre eröffnet sich dem Betrachter die Möglichkeit, eine tiefere Bindung und Auseinandersetzung mit dem Motiv der Frau einzugehen. Diese verweigert sich jedoch dem direkten Dialog und der gleichberechtigten Beziehung durch Mimik und Gestik. Bedingt durch den einseitigen Versuch der Kontaktaufnahme verbleibt die dargestellte Figur in ihrer eigenen Welt, unangetastet und rein. Dennoch wird der Betrachter von einer sinnlichen Erfahrung erfasst, sodass er selbst von Kathrin Edwards‘ thematischer Neigung zum weiblichen Akt mitgerissen wird.
Die Position der Betrachtung in der Rolle eines Voyeurs lässt es zu, unseren „Fetisch“ am weiblichen Körper heimlich auszuleben.
In der Motivwahl erinnert die Künstlerin an Paul Cézannes‘ und Henri Matisse‘ „Badende“, aber auch an die Formensprache der Akte von Auguste Rodin als Zeichnungen und Lavuren. Ebenso erinnert ihre Technik an die Grafiken von Paula Rego. Somit knüpft Kathrin Edwards direkt an kunstgeschichtliche Traditionen und Positionen an.

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